Landeskunde

Demnächst: Fototour durch Schlesien

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Ordnung muss sein (IV) – Porządek musi być! (IV)

Zur Abwechslung nun mal eine Situation, in der das Klischee „Ordnung muss sein“ tatsächlich auf Deutschland zutrifft. Es geht um etwas Alltägliches, das auf den ersten Blick eigentlich kein Problem sein dürfte: Die Angabe des eigenen Alters. Als ich letztes Jahres in einem Hostel gejobbt habe, fragte mich eine Kollegin, wie alt ich sei. Auf meine Antwort „25“ hin meinte sie verwundert, sie sei älter. Später stellte sich hingegen heraus, dass sie einen Monat jünger ist.

Ich habe dann nicht weiter darüber nachgedacht, bis neulich mein Sprachtandempartner seinen Geburtstag gefeiert hat. Diesen haben wir schon zwei Tage vorher gefeiert – und zu meiner Überraschung haben ihm auch schon alle gratuliert. Vorfrististiges Gratulieren steht ja in Deutschland etwa auf einer Stufe mit dem Verschenken eines Grabsteins, auf dem der Name des Geburtstagskindes eingraviert ist. Als ich mit ihm darüber gesprochen habe, meinte er, dass man in Polen mit Beginn eines neuen Jahres ein Jahr älter wird, unabhängig davon, an welchem Tag genau man geboren ist. Nach deutschem Verständnis ist man hingegen noch am Tag vor seinem 26. Geburtstag 25 (allenfalls „fast 26“). Dieses Vorgehen erklärt natürlich auch, wieso man ohne Gewissensbisse vorfristig feiern und gratulieren kann.

Doch woher kommt das? Vermutlich daran, dass in Polen traditionellerweise der Namenstag gefeiert wird. Wenn nun der Tag seiner Geburt keine Bedeutung hat, erfolgt der Alterswechsel logischerweise an einem anderen Datum, idealerweise zu Jahresbeginn. Und obwohl der Geburtstag den Namenstag in den letzten Jahren auch in Polen immer mehr verdrängt, bleibt diese Vorgehensweise erhalten. Einen Bezug zum Geburtstag hat der Namenstag übrigens trotzdem: jeder Name hat nämlich mehrere Namenstage pro Jahr, gefeiert wird aber der, der am nächsten am Geburtstag liegt.

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Alles aus Liebe…

Als ich einmal beim Karaoke mit Liveband war, wurde ein Lied „A wszystko to, bo Ciebie kocham…“ angekündigt. Während ich noch übersetzte („Und alles das, weil ich Dich liebe…“), bestätigte sich mein Verdacht bereits: Es war die polnische Version von „Alles aus Liebe“ der Toten Hosen.

Zugleich erwischte ich mich bei dem Gedanken, dass bestimmt die polnische Version die gecoverte ist. Diesmal lag ich damit aber auch richtig, da die polnische Band Ich Troje „A wszystko to…“ 1999 und somit sechs Jahre nach der deutschen Version erschienen ist. Eine Polin erzählte mir, dass die Textzeile „Für Dich bringe ich mich um!“ seinerzeit sehr umstritten war – dabei ist die polnische Version ja noch vergleichsweise harmlos, die deutsche endet schließlich mit „… und bringe uns beide um“.

Original…

… und Cover

Da ich zum Polnischlernen eh ab und an Lieder übersetze, habe ich das auch mal vergleichend mit diesem getan (als pdf):

„Alles aus Liebe“ ist übrigens nicht die einzige Coverversion eines deutschsprachigen Liedes von Ich Troje (der Sänger hat seine Kindheit in Deutschland verbracht und spricht fließend und akzentfrei Deutsch):

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[schtsch]

An sich sind die Ausspracheregeln im Polnischen ja relativ logisch und nachvollziehbar, nur an der Umsetzung hapert es ab und an. Probleme machen mir selbst dabei immer wieder die Zischlaute, die in der Schriftform durch ś/si, ć/ci, ż/rz, ź/zi, sz und cz dargestellt werden. Das Schwierige: es gibt sehr feine Nuancen zwischen diesen Lauten, die ich kaum raushöre geschweige denn sprechen kann. Meine Herkunft aus Berlin, wo noch nicht mal die beiden deutschen Laute sch und ch deutlich unterschieden werden, macht es nicht gerade leichter. Und wenn es dann noch zu einer Ansammlung von Zischlauten kommt, ist alles vorbei: Neulich habe ich ein Zapiekanka (ein Pizzabaguette) bestellt und wollte Schnittlauch darauf haben. Also kämpfte ich mich durch „z szczpiorkiem“ (den Wortbeginn müsste man in etwa als [schtsch] sprechen), und als ich mich durchgekämpft hatte, fragte die Verkäuferin: „Proszę?“ („Wie bitte?“)

Schwierig ist auch das R, das im Polnischen gerollt wird. Dank meiner eher norddeutschen Herkunft habe ich damit so meine Probleme (Süddeutsche und Österreicher können das erfahrungsgemäß dialektbedingt besser). Im Deutschen ist dieser Buchstabe ja auch oft relativ schwach, zwischen Start und Staat gibt es akustisch kaum einen Unterschied. Im Polnischen ist dieser Laut umso wichtiger, und das ist für mich sehr schwierig, da ich relativ häufig Worte wie Urbanistyka (Stadtplanung, mein Studiengang), Berlin (wo ich geboren wurde) und sernik (Käsekuchen) brauche – und ganz schlecht verstanden werde, wenn ich das R nicht rolle. Bei Urbanistyka behelfe ich mir dann mit der r-freien Erklärung „planowanie miasta“ (wörtlich: Stadtplanung), bei Berlin mit „stolica Niemiec“ (Hauptstadt Deutschlands) und beim Käsekuchen mit meinem Finger, mit dem ich auf den gewünschten Kuchen zeige. Hier ist es auch besonders heikel, da sernik ohne r dem Wort sennik sehr ähnlich klingt – das ist ein Buch, worin man seine Träume notiert. Dementsprechend wurde ich auch schon desöfteren in der Konditorie verwundert angesehen. Seitdem überakzentuiere ich das r immer, was ab und an sogar dazu führt, dass ich besser verstanden werde.

Ich tröste mich dann immer damit, dass deutschlernende Polen ähnliche Probleme haben: ö und ü sind für sie ähnlich schwer zu unterscheiden wie leben und lieben.

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Warschau

Ergänzend noch einige Links:

Die Poniatowski-Brücke hat es sogar in ein Musikvideo der in Polen sehr bekannten Band „Kult“ geschafft:

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Länderanalysen

Die Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen, die Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde und das Deutsche Polen-Institut geben gemeinsam die Länderanalysen heraus. Im Rahmen dessen veröffentlichen sie auch alle zwei Wochen Polen-Analysen, die im Internet kostenlos als pdf heruntergeladen und außerdem kostenlos abboniert werden können. Für mich als Stadt- und Regionalplaner waren in letzter Zeit diese Ausgaben besonders interessant:

  • Der deutsch-polnische Grenzraum (Nr. 99, 15.11.2011, pdf)
  • Polnische Regional- und Metropolenpolitik (Nr. 103, 21.02.2012, pdf)
  • Stadtschrumpfung – auch ein polnisches Thema (Nr. 104, 06.03.2012, pdf)

Neben den Hauptthemen umfassen die Hefte jeweils noch eine Chronologie von Ereignissen in Polen.

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Demnächst: Warschau

Ich stelle demnächst mal ein paar Fotos aus der polnischen Hauptstadt hierhinein. Als Vorgeschmack schonmal ein Zebrastreifen zwischen Kulturpalast und Zentralbahnhof.

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69 Jahre

Am 13. März 1943 wurde das Krakauer Ghetto im Stadtteil Podgórze liquidiert* und seine Bewohner je nach Alter und Gesundheitszustand (sprich: Fähigkeit zu schwerster körperlicher Arbeit) deportiert oder ins Arbeitslager Płaszów verbracht. Deshalb fand heute (wohl wegen des Wochentages nicht am eigentlichen Jahrestag) ein Marsz Pamięci, also ein Gedenkmarsch, statt. Er begann um 12.00 Uhr auf dem Plac Bohaterów Getta, dem Platz der Helden des Ghettos. Auf dieser damals als Friedensplatz (!) bezeichneten Fläche wurden während des Bestehens des Ghettos jeweils die Deportierten zusammengetrieben und brachen von dort zum Bahnhof Płaszów auf. Auch bei der Liquidierung des Ghettos wurden die Menschen hier gesammelt.

Es begann zunächst mit einer Kranzniederlegung vor einer Gedenktafel am Rande des Platzes durch Vertreter der jüdischen Gemeinde, den israelischen Botschafter sowie lokale und regionale Politprominenz, Rabbiner beteten. Anschließend hielten die ebenjene Anwesenden noch Reden, der israelische Botschafter sogar dreisprachig (Polnisch/ Englisch/ Hebräisch), und dann begann der Marsch. Zunächst ging es nur eine Querstraße weiter, in die Lwowska (Lemberger Straße), wo noch ein Teil der Ghettomauer existiert. Auch hier wurden Kränze niedergelegt.

Dann bewegte sich die Masse weiter zum Gelände des ehemaligen Arbeitslager Płaszów, etwa 2 km Luftlinie südlich des früheren Ghettos. An der dortigen Gedenkstätte wurden erneut Kränze niedergelegt.

Auf der Lokalseite der Gazeta Wyborcza befindet sich eine Bildstrecke (następne = nächstes [Bild]):

  • Bild 1: Die Gedenkstätte auf dem Gelände des Arbeitslagers Płaszów. Die Kränze wurden an einer Tafel rechts außerhalb des Bildes niedergelegt, was erklärt, wieso die Anwesenden alle in diese Richtung schauen.
  • Bild 2 zeigt eben jene Gedenktafel.
  • Bild 3: Gedenkstätte
  • Bild 4 zeigt den Marsch an der Kreuzung Wielicka/Powstańców Wielkopolskich. Es scheint aber eher der letzte Teil gewesen zu sein, da es eigentlich mehr Menschen waren.
  • Bild 5, 8-11, 14: Kranzniederlegung an der früheren Ghettomauer, die zynischerweise die Form jüdischer Grabsteine hatte.
  • Bild 6: Die Gedenktafel, auf die auf Bild 1 alle gucken.
  • Bild 7: Auf dem Gelände des früheren Arbeitslagers Płaszów.
  • Bild 12: Es wurden Psalme auf Polnisch, Hebräisch und Latein ausgeteilt.

Eine etwas chronologischere Bildstrecke gibt es hier.

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* Im Polnischen spricht man von der likwidacja. Leider fällt mir kein adäquates deutsches Wort ein, daher übersetze ich es hier direkt.

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Einflüsse

Im polnisch-deutschen Verhältnis erhält die Geschichte zwischen 1939 und 1945 bekanntlich verstärkte Aufmerksamkeit. Das ist natürlich richtig und wichtig, allerdings befürchte ich, dass dadurch immer wieder das Trennende in den Vordergrund gestellt wird. Dabei gab es über Jahrhunderte vieles Verbindendes und Gemeinsames. Im heutigen Staatsgebiet Polens lebten lange Zeit Polen und Deutsche, die heute oft benutzten nationalen Schubladen sind eine Entwicklung des 19. Jahrhunderts. Dabei ist es schon skurril, wie sowohl polnische als auch deutsche Historiker des 19. und 20. Jahrhunderts immer wieder versucht haben, komplexe historische Zusammenhänge in diese Schubladen zu pressen, obwohl das der komplexen historischen Wirklichkeit in keiner Weise gerecht wurde. Letztlich ging es immer darum, die eigenen nationalen Ansprüche auf bestimmte Städte, Regionen oder gar Personen (z.B. Kopernikus) zu rechtfertigen und/oder die vermeintliche Überlegenheit der eigenen Nation zu demonstrieren.

Zumeist wurde dabei auf einst regierende Könige oder Adelsgeschlechter verwiesen, die vor Jahrhunderten einmal in der zu erforschenden Region lebten. Ein gutes Beispiel dafür sind die Piasten, die in den seit 1945 polnischen Westgebieten (den in der damaligen Propaganda „wiedergewonnen Gebiete“) lebten und die nun in vielen Städten als Namenspaten für Straßen oder ganze Siedlungen (= Massenwohnungsbau) dienten – selbst in Krakau gibt es eine Osiedle Piastów (Piastensiedlung). Andererseits wurden Ereignisse , die nicht ins Bild passten, je nach Sichtweise entweder ignoriert oder im eigenen Sinne überinterpretiert: So setzten sich bei der Belagerung Danzigs 1734 die überwiegend deutschsprachigen Danziger Kaufleute für die Wahl eines Polen (Lesczyński) zum polnischen König ein – aus rein pragmatischen Erwägungen. Letztlich wurde August III. (von Sachsen) auch König von Polen, aber im Nachhinein bereiteten die Ereignisse des Jahres 1734 den „Schubladen-Historikern“ natürlich arge Probleme. In Deutschland wurden sie daher weitgehend ignoriert, in Polen zum heldenhaften Kampf für das Polentum hochstilisiert.

Dabei merkt man schon beim Blick auf Alltägliches, wie stark sich die vermeintlich deutsche und die vermeintlich polnische Kultur gegenseitig beeinflusst haben. Polnisches Essen ist nämlich (trotz Piroggen, Barszcz und Wodka) mitnichten nur „osteuropäisch“, auch Schweineschnitzel, Rippchen oder Fisch stehen auf dem Speiseplan. Und in Kneipen wird Bier in größeren Mengen konsumiert als Wodka.

Weitere Hinweise auf eine gemeinsame Vergangenheit finden sich in den Sprachen: beispielsweise werden die Vokale (als eines der prägendsten Elemente für den Klang einer Sprache) in beiden Sprachen gleich ausgesprochen, und Redewendungen sind oft wörtlich übersetzbar: auch im Polnischen war man „den ganzen Tag auf den Beinen“ und spricht „hinter ihrem Rücken“ über eine andere Person, und vor Beginn eines Wettbewerbs sagt man „Na miejsca – gotowi – Start!“ („Auf die Plätze – fertig – Los!“).*

Eine Kaffeehauskette warb neulich sogar mit „Mamy rękę na kawę“ (wörtlich „Wir haben eine Hand für Kaffee“), wobei diese Redewendung nicht allen Polen, die ich dazu befragt habe, bekannt war. Und schließlich – und ganz wichtig: anders als im Englischen oder Französischen antworten Polen genauso auf ein „Danke“ wie Deutsche – mit einem simplen Proszę (Bitte).

Auch umgekehrt sind solche Einflüsse erkennbar: das Ruhrpottdeutsch soll z.B. maßgeblich vom Polnischen beeinflusst sein, und Namen wie Kowalski (die polnische Variante von Schmidt – daher auch der Name der RBB-TVP-Sendung) oder mit -cz- sind auch in Deutschland alltäglich.

Interessant ist übrigens, dass die Vorbehalte auf beiden Seiten wiederholt von den kommunistischen Machthabern genährt wurden, um ihre eigene Macht zu sichern. Antideutsche Propaganda war in der Volksrepublik Polen selbstverständlich, trotz Oder-Neiße-„Friedensgrenze“. Dabei war sicher auch das offizielle Geschichtsbild der DDR hilfreich: der Faschismus wurde pauschal dem Westen bzw. dem Kapitalismus zugeschrieben. Deshalb waren antideutsche Propaganda und die offizielle Freundschaft zur DDR kein Widerspruch. Als 1980 in Polen die Solidarność-Bewegung aufkam, wurde die in den siebziger Jahren zeitweise recht offene“Friedensgrenze“ geschlossen, und es ist wohl kein Zufall, dass eben zu dieser Zeit das Denkmal Friedrich II. wieder in Berlin Unter den Linden aufgestellt wurde. Dieser war nämlich an der ersten Polnischen Teilung 1772 beteiligt, und auch 1980 gab es ranghohe DDR-Politiker, die einen Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten (wie in Prag 1968) in Polen befürworteten.

Leider wird das Polen-Bild in der deutschen Öffentlichkeit nur sehr langsam besser. Obwohl nur wenige Deutsche etwas über die polnische Geschichte vor 1939 und nach 1945 oder über das heutige, moderne Polen wissen, hat das Land ein schlechtes Image in Deutschland. Selbst Bewohner der Grenzregion kennen oft nur die Grenzmärkte und Tankstellen jenseits der Neiße, eine Fahrt ins gerade mal zwei Stunden von Görlitz entfernte Breslau scheint für viele schon eine unzumutbare Belastung darzustellen, obwohl es sogar für Tages- oder Wochenendausflüge nah genug liegt. Umgekehrt fällt mir in Polen immer wieder eine größere Offenheit auf, in den binationalen Zügen treffe ich oft auf Familien, in denen Eltern mit ihren vielleicht fünfjährigen Kindern abwechselnd Deutsch und Polnisch sprechen, und zum Teil sogar Englisch als dritte Sprache. Und auch der Gebrauch der deutschen Stadtnamen stellt nur noch für wenige Polen eine Belastung dar, ich selbst verwende deutsche und polnische Name daher auch synonym (mit Ausnahme der Grenz-Doppelstädte wie Görlitz-Zgorzelec und natürlich bei Oświęcim – fahre ich nach Oświęcim, meine ich die Stadt, fahre ich nach Auschwitz, in die Gedenkstätte).

Allerdings wäre die Aussage „Deutschland = Scheuklappen und Polen = weltoffen“ natürlich auch sehr vereinfachend: in der Warschauer U-Bahn habe ich z.B. mal einen ca. Zwanzigjährigen gesehen, der auf seinem T-Shirt eine blutrote Zeichnung der zerstörten Warschauer Altstadt mit der ebenso blutroten Aufschrift „1944 – Wir vergessen nicht!“ trug. Und es schien nicht so, als stünde für ihn das Gedenken im Vordergrund. In Breslau hat mir ein Pole, als er merkte, dass ich Deutscher bin, „Deutschland, Deutschland über alles“ vorgesungen und mir auf meinen verdutzten Gesichtsausdruck hin erklärt, dass er Nazi sei, weil ja früher nicht alles schlecht gewesen sei. Er war so Mitte Vierzig…

Was lernen wir daraus? Idioten gibt es überall, wir sollten aber darauf achten, dass sie nicht unser Bild von anderen Ländern (oder auch Religionen) bestimmen, sonst sind wir selbst kein bisschen besser. Wenn das mal kein schöner Schlusssatz ist. 🙂

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* Das ist zugleich eine sehr gemeine Falle – bei einem Spieleabend meinte ich neulich „Na miejsca – ugotowany – Start!“, was so viel heißt wie „Auf die Plätze – verloren – Los!“ Andererseits sind solche Missverständnisse auch ein unterhaltsamer Teil des Sprachenlernens. Eine Tandempartnerin in Cottbus hat das Perfekt von „essen“ auch einmal mit „sein“ gebildet: „Ich bin gegessen…“

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Dzień Kobiet – Internationaler Frauentag

Am 8. März wird in jedem Jahr der internationale Frauentag begangen – und auch in Polen hat er seltsamerweise das Ende des Kommunismus überstanden. Viele an sich fortschrittliche Dinge (Sozialstaat, Abtreibungsrecht, Gleichstellung von Mann und Frau) galten nämlich nach der Wende als kommunistisches Teufelszeug und wurden abgeschafft. Polen hat heute beispielsweise das strengste Abtreibungsrecht Europas.

Der 8. März wird dennoch gefeiert. Schon den ganzen Tag sieht man auf den Straßen Männer und Frauen mit Rosen. Am Teatr Groteska feiert das Stück „Die Frauen schlagen zurück“ Premiere (Bild oben links), und einige Geschäfte wie dieser Dönerimbiss an der Warszawska (Warschauer Strasse) bieten Ermäßigungen für Frauen an.

Also, an alle Leserinnen: Alles Gute zum Frauentag!

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