Alltag

Working Lives: Die BBC über Krakauer

Die BBC hat sich in kurzen, circa einminütigen Beiträgen den Berufen von fünf Krakauern gewidmet: einer Straßenbahnfahrerin, des Managers eines Fensterunternehmens, eines Turmtrompeters, einer Landwirtin, einem Stahlarbeiter in Nowa Huta und einer Studentin.

 

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Fremdsprachige Filme im polnischen Fernsehen

In Deutschland ist man es ja gewöhnt, dass fremdsprachige Filme synchronisiert werden – allenfalls bei Filmfestivals wird mit Untertiteln gearbeitet. Das ist keineswegs internationaler Standard: in einigen Ländern (z.B. Belgien, Schweden) wird grundsätzlich untertitelt, und in Polen wird der Originalton belassen und um einen polnischen Sprecher, der dauerhaft übersetzt, ergänzt. Das klingt dann so (Beispiel: Die Nackte Kanone):

In polnischen Kinos wird – außer bei Kinderfilmen – mit Originalsprache und polnischen Untertiteln gearbeitet.

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Neue Zugverbindungen ab Breslau?

Dem Thema Zugfahren in Polen habe ich mich ja bereits gewidmet. Das Umsteigen in Chaos verläuft weiter genauso chaotisch, es ist aber ein Licht am Ende des Tunnels erkennbar: bis zur Fußball-EM muss nämlich alles fertig sein, und Baufortschritte sind erkennbar. Neulich wurden die neuen Anzeigen am Südausgang getestet: um 12:55 Uhr soll ein Zug über Wien nach Rom abfahren, um 12:59 Uhr ein Regionalzug (!) über Berlin nach Paris. Beide sind aber 20 min zu spät.

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Ordnung muss sein (IV) – Porządek musi być! (IV)

Zur Abwechslung nun mal eine Situation, in der das Klischee „Ordnung muss sein“ tatsächlich auf Deutschland zutrifft. Es geht um etwas Alltägliches, das auf den ersten Blick eigentlich kein Problem sein dürfte: Die Angabe des eigenen Alters. Als ich letztes Jahres in einem Hostel gejobbt habe, fragte mich eine Kollegin, wie alt ich sei. Auf meine Antwort „25“ hin meinte sie verwundert, sie sei älter. Später stellte sich hingegen heraus, dass sie einen Monat jünger ist.

Ich habe dann nicht weiter darüber nachgedacht, bis neulich mein Sprachtandempartner seinen Geburtstag gefeiert hat. Diesen haben wir schon zwei Tage vorher gefeiert – und zu meiner Überraschung haben ihm auch schon alle gratuliert. Vorfrististiges Gratulieren steht ja in Deutschland etwa auf einer Stufe mit dem Verschenken eines Grabsteins, auf dem der Name des Geburtstagskindes eingraviert ist. Als ich mit ihm darüber gesprochen habe, meinte er, dass man in Polen mit Beginn eines neuen Jahres ein Jahr älter wird, unabhängig davon, an welchem Tag genau man geboren ist. Nach deutschem Verständnis ist man hingegen noch am Tag vor seinem 26. Geburtstag 25 (allenfalls „fast 26“). Dieses Vorgehen erklärt natürlich auch, wieso man ohne Gewissensbisse vorfristig feiern und gratulieren kann.

Doch woher kommt das? Vermutlich daran, dass in Polen traditionellerweise der Namenstag gefeiert wird. Wenn nun der Tag seiner Geburt keine Bedeutung hat, erfolgt der Alterswechsel logischerweise an einem anderen Datum, idealerweise zu Jahresbeginn. Und obwohl der Geburtstag den Namenstag in den letzten Jahren auch in Polen immer mehr verdrängt, bleibt diese Vorgehensweise erhalten. Einen Bezug zum Geburtstag hat der Namenstag übrigens trotzdem: jeder Name hat nämlich mehrere Namenstage pro Jahr, gefeiert wird aber der, der am nächsten am Geburtstag liegt.

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Ordnung muss sein (III) – Porządek musi być! (III)

Vor einiger Zeit hatte ich das Bedürfnis, schwimmen zu gehen. Das ist ja – so dachte ich – eigentlich kein Problem: ich gehe einfach in eine kommunale Schwimmhalle, bezahle den Eintritt, ziehe mich um und gehe ins Schwimmbecken. Aber so einfach war es dann doch nicht. Es ging damit los, dass ich schlicht keine normale kommunale Schwimmhalle gefunden habe: alle gehören zu Schulen, Verbänden oder Hochschulen, und dann gibt es natürlich noch den Aquapark, also ein Spaßbad mit Rutschen und einem Eintritt von 5,00 Euro.

Ich entschied mich schließlich für die Schwimmhalle der Uniwersytet Ekonomyczny. Aber auch hier war und ist es natürlich nicht möglich, einfach so hinzugehen und zu schwimmen. Stattdessen ist die ganze Woche, jeder Tag in 45-min-Intervalle eingeteilt. Die meisten dieser Intervalle sind bereits intern vergeben, nur für wenige gibt es noch Restplätze für Externe. Ich ging dann schließlich zum letzten Intervall des Tages (21.15 – 22.00 Uhr). Etwa um 21.00 Uhr ging es in die Umkleide und Dusche, und dann wartete ich gemeinsam mit den anderen auf ein lautes Tuten, das Punkt 21.15 Uhr ertönte und den „Schichtwechsel“ markierte.

Mich schon auf das Wasser freuend, wurde ich sogleich vom Bademeister angehalten: Badeshorts (wie ich sie für trug) sind nämlich nicht erlaubt, dafür besteht aber Badekappenpflicht! Gnädigerweise erlaubte er mir das Schwimmen in Badeshorts, bestand aber darauf, dass ich eine leihweise zur Verfügung gestellte Badekappe trage. (Im Nachhinein bin ich froh, dass er mir keine Leihbadehose in die Hand gedrückt hat.)

Dann wies er mir noch ein Bahn zu, die ich mir nun mit zwei viel schnelleren Personen, einer Schwimmschülerin und ihrem Lehrer teilen musste, und noch einem Vorlauf von nur zweieinhalb Tagen konnte ich endlich schwimmen gehen.

Und da behaupte noch jemand, Deutschland sei organisiert! 🙂

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Frühlingserwachen (II) – Vorsicht, frisch gestrichen!

Nun ist der Frühling endgültig in Krakau eingekehrt – und damit auch eine Besonderheit, die mir schon im letzten Frühling, kurz nach meiner Ankunft, aufgefallen ist: An allen Ecken und Enden werden Bänke gestrichen, Schäden ausgebessert, Wege tiefgreifend gereinigt Glasscheiben gereinigt, sprich: die Stadt auf Hochglanz gebracht (und das noch mehr als sonst eh schon).

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Ordnung muss sein! (II) – Porządek musi być! (II)

Auf den Fenstern einer Apotheke ist die Werbung überklebt:

„Artikel 94a Abs. 1 des Pharmagesetzes verbietet Werbung für Apotheken und ihre Tätigkeiten“

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Frühlingserwachen – Endlich!

Endlich ist auch in Krakau der Frühling eingezogen. Während es ja in weiten Teilen Deutschlands (zumindest nach den Medienberichten, die ich hier mitbekommen habe) schon seit einer Woche soweit war, kam hier zwar zunehmend häufiger die Sonne raus und es wurde auch langsam wärmer, aber ungemütlich war es dennoch. Gestern nun erwärmte die Sonne am strahlend blauen Himmel die Stadt auf 15°C (das sind immerhin über 30°C mehr als Anfang Februar), und augenblicklich erwachte auch die Stadt. Sofort hatten die Cafés und Restaurants am Markt Tische herausgestellt, die rege genutzt wurden, auf dem Platz selbst waren so viele Menschen wie lange nicht (tot ist er natürlich auch nie), und die Musiker und Breakdancer traten wieder auf.  Das Mickiewicz-Denkmal, ein beliebter Treffpunkt, wurde wieder als Sitzfläche benutzt – entgegen der Schilder, die genau das verbieten, anders als in Nowa Huta setzt man sich hier über Schilder hinweg. 😉

Am Wochenende soll es nun sonnig bei 16-17°C bleiben, aber schon am Montag soll die Temperatur wieder auf 8°C fallen und es regnen, und am Freitag soll es nachts sogar wieder Frost geben. Hauptsache, die Temperatur fällt nicht noch mal auf -18°C.

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Ordnung muss sein! – Porządek musi być!

Heute war ich mal wieder in Nowa Huta und habe in einem Lebensmittelgeschäft etwas erlebt, was eher zu den Stereotypen über Deutschland passt. Im Eingangsbereich hing ein Schild „Zutritt nur mit Einkaufskorb“. Das ist erstmal nichts besonderes, solche Schilder hängen in vielen Lebensmittelläden und werden in der Regel genauso beachtet wie Zebrastreifen durch Autofahrer. Hier aber, in Nowa Huta, herrscht noch Ordnung: Und so standen, weil die Körbe gerade alle waren, die Leute an, um in den Markt hineinzugehen.

Nach kurzem Ringen, ob ich nun warte oder  mich angesichts meines überschaubaren Einkaufs (= ein Schokoriegel als Dessert nach dem Mittag) einfach vorbeidrängele, bin ich dann die hundert Meter zum nächsten Lebensmittelmarkt gelaufen.

Dziś byłem na Nowym Hucie i w sklepie spożywczym przeżyłem situację która jest podobna do stereotypów wobec Niemiec. W przedsionku miał znak „Wejście tylko z koszem“. Zwykle nikt nie stosować ten znacy, ale tu miał kolejkę bo nie mial koszów! Tylko chiałem kupić batonik czekoladowy i nie miałem ochotę czekać, więc woliłem iść do następnego sklepu niedaleko.

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Dzień Kobiet – Internationaler Frauentag

Am 8. März wird in jedem Jahr der internationale Frauentag begangen – und auch in Polen hat er seltsamerweise das Ende des Kommunismus überstanden. Viele an sich fortschrittliche Dinge (Sozialstaat, Abtreibungsrecht, Gleichstellung von Mann und Frau) galten nämlich nach der Wende als kommunistisches Teufelszeug und wurden abgeschafft. Polen hat heute beispielsweise das strengste Abtreibungsrecht Europas.

Der 8. März wird dennoch gefeiert. Schon den ganzen Tag sieht man auf den Straßen Männer und Frauen mit Rosen. Am Teatr Groteska feiert das Stück „Die Frauen schlagen zurück“ Premiere (Bild oben links), und einige Geschäfte wie dieser Dönerimbiss an der Warszawska (Warschauer Strasse) bieten Ermäßigungen für Frauen an.

Also, an alle Leserinnen: Alles Gute zum Frauentag!

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