Kurs Polskiego (I)

Im polnischen Alltag fällt mir immer wieder auf, wie pragmatisch man doch an gewisse Sachen herangehen kann. Gemäß der Aussage „Die Sprache ist der Schlüssel zur Kultur eines Landes“ schlägt sich dieser Pragmatismus selbst in der Schriftsprache nieder. Die Ausspracheregeln sind sehr eindeutig und konsequent – anders als im Deutschen, wo es ja z.B. drei Varianten gibt, „ch“ auszusprechen („Chemie“, „Dach“, „Chemnitz“).

Konsequenterweise gibt es im Polnischen kein x*, v und q – wozu auch? Eigentlich sind diese Buchstaben im Deutschen ja auch unnötig, im Polnischen schreibt man also einen tekst oder zeichnet ein kwadrat.

Diesen eigentlich überflüssigen Buchstaben stehen im Deutschen Laute gegenüber, die nicht schriftlich dargestellt werden können, z.B. in Jalousie oder Garage. Und genau für diesen Laut gibt es im Polnischen das ż sowie das rz. In der Alltagssprache verschiebt sich der Laut am Wortende oft leicht zu einem [sch], was aber noch immer eine geringere Veränderung ist als von Dach zu Chemie.

Natürlich wäre es nun ziemlich „inkonsekwent“, Fremdwörter auch einfach so zu übernehmen, sie werden in der Regel an die polnische Schreibweise angepasst (außer weekend, aber Ausnahmen bestätigen die Regel). Es gibt also die dżem und den menedżer, und außerdem diese Wörter:

Ende November wurde im Jüdischen Muzeum eine Fotausstellung zu Polen im Palästina der 20er und 30er Jahre mit einer Wernisaż eröffnet (s = [ß]).

Eine pasaż handlowy im Stadtteil Kleparz, wobei handlowy das Adjektiv des auch im Polnischen existierenden handel ist. Und mit ein bisschen Fantasie kann man die meble kuchenne (Sg. mebel kuchenny) als das erkennen, was sie sind: Küchenmöbel.

Fortsetzung folgt.

* Das Wort taxi zählt nicht – und selbst dafür gibt es das polnische taksówka.

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Kategorien: Kurs Polskiego, Landeskunde | Ein Kommentar

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